1882 – 2007 Erinnerungen an 125 Jahre FF Unholzing

Zur Zeit der Gründung waren die Feuerwehren Gemeinschaften, denen ihre Aufgabe bitterer Ernst war und deren Ausbildung und Einsätze von großen Opfern an Zeit und Arbeit geprägt waren. So ist es verständlich, dass die Mitglieder der Unholzinger Wehr mehr Wert auf aktive Hilfe legten, als selbstgefällig in Eigenlob zu versinken. Wohl aus diesen Gründen finden wir keine Aufzeichnungen oder gar Chroniken des Jubelvereins, doch war es in bayrischen Landen Gott sei Dank schon immer üblich, dörfliche Ereignisse und prägnante Persönlichkeiten durch Erzählungen am Leben zu erhalten. Und so lässt sich trotzdem ein Blick auf die Geschichte der FF Unholzing werfen – zwar nicht wissenschaftlich mit Dokumenten untermauert – doch von Menschen erzählt, die in und mit dieser Hilfsgemeinschaft lebten.
Standartenweihe 1906

Die Unholzinger Wehrmänner mit Fahnenabordnung
bei einem Umzug


Fast alle männlichen Einwohner, angefangen vom Bauernknecht und Taglöhner bis hin zum Handwerker und Bauern, traten in die Feuerwehr ein. Die Ausrüstung war natürlich sehr spärlich. Mit Lederkübeln und Feuerspieß rückte man aus, Messinghelm und Joppe gab es aber schon. Das Wasser wurde aus der Schwemm - ein kleiner Weiher gegenüber der Dorfschmiede – entnommen. Die erste Handdruckspritze konnte 1899 von der Firma Braun in Nürnberg gekauft werden. Im selben Jahr noch baute man dafür ein Gerätehaus im Stroblgarten (Gehwolf-Hof), wofür die FF vom Stroblbauer den Grund erwerben konnte. 1906 bekam die Feuerwehr eine Standarte und konnte jetzt auch nach außenhin entsprechend auftreten. Wir sehen das noch auf dem ältesten Foto, das trotz einer Beschädigung die Geschlossenheit der Gruppe zeigt. Von 1908 bis 1910 wurde die Wasserleitung erbaut. Im ganzen Dorf wurden Unterflurhydranten errichtet, die das Feuerlöschwesen sehr erleichterten. Der damalige Kommandant war der Höhenberger Lenz (Lorenz Kreuzpaintner), der die Gruppe auf einen erstaunlich hohen Stand brachte. Seine Art der Führung war originell und wirkungsvoll. Bei den Übungen gab es zwei Marschrichtungen: entweder man ging ortsauswärts in Richtung zum Römisch oder einwärts zum Schmied. War der Lenz nicht ganz zufrieden, musste das ganze wiederholt werden. Erst dann gab es beim Unterwirt noch Theorie, vielleicht auch Freibier. In der Zeit des ersten Weltkrieges wurde es natürlich ruhig in der Feuerwehr – aber nach dem Krieg scharte sich die deutlich verkleinerte Gruppe wieder um Ihren Kommandanten, der 1923 sein Amt an seinen Sohn – den Höhenberger Schos – weitergab.
Ein Großbrand vernichtete 1925 das Hansameranwesen völlig und auch die Standarte der FF Unholzing, die im Wohnhaus untergebracht war, wurde ein Raub der Flammen. Der Gemeinsinn der Bürger machte es möglich, das noch im gleichen Jahr eine neue Fahne in Auftrag gegeben werden konnte – und am 4. Juli 1926 war große Fahnenweihe. Etwa 30 auswärtige Vereine wurden am Ortseingang mit Musik empfangen und in das festlich geschmückte Dorf geleitet. Nach dem Festgottesdienst und dem anschließenden Festmahl im Gasthaus Haimerl bewegte sich am Nachmittag bei strömenden Regen der Festzug durch das Dorf. Fahnenmutter war damals Franziska Patzelsperger, die Festjungfrauen Maria Mayer, Mathilde Heigl und Fanni Braunrieder. Als Patenverein fungierte die FF Weng. Am 9.6.1929 feierte die FF Weng ihr 50. Stiftungsfest mit Fahnenweihe, wobei die Unholzinger Wehr Patenverein war. Auch beim 80-jährigen Stiftungsfest der FF Postau war Unholzing als Patenverein dabei. Es wurde am 10.7.1955 gefeiert. Patenverein war man ebenso 1971 beim 125-jährigen Stiftungsfest in Oberköllnbach. 1963 schaffte man eine neue Motorspritze an und 1964 wurde ein Löschweiher gebaut, der 1982 instandgesetzt wurde.
Eigenleistung wurde schon immer Groß geschrieben –
Die Unholzinger Wehrmänner befestigen den Einlauf des Löschweihers


Die Fahnenmutter Adelie Hanke mit ihren Festdamen und Festmädchen
begleiten die Unholzinger Wehr, angeführt vom Kommandant Johann
Bickleder, beim Festzug 1982
1982 feierte man das einhundertjährige Gründungsfest der Wehr mit einer Fahnen-weihe. Fahnenmutter war Adelie Hanke, ihr standen zwei Festmädchen und vierzehn Festdamen zur Seite. Die Feuerwehr Oberköllnbach war Patenverein. Das zweitägige Fest wurde vom damaligen Kommandanten Johann Bickleder mit seinem Festausschuss unter der Schirmherrschaft des Landrates Ludwig Meyer ausgerichtet. 57 Vereine waren mit ihren Fahnenabordnungen der Einladung gefolgt. 1997 feierte die FF Wörth ihr 125 – jähriges Gründungsfest. Die FF Unholzing war als Patenverein dabei. Die Feuerwehr Unholzing hat derzeit 60 Mitglieder wobei 35 aktiven Dienst am Nächsten leisten, und 25 passive Mitglieder sind. Das 125. Gründungsfest wird der Unholzinger Wehr gewiss erneut den Mut stärken, ihren Einsatzwillen und ihre Aktivität weiterzuführen.
Vorstände Kommandanten
Matthias Meindl Lorenz Kreuzpaintner
Bartholomäus Meindl Georg Kreuzpaintner
Andreas Meindl 1 Karl Mayer
Josef Patzlsperger Matthias Meisenhälter
Andreas Meindl 2 (1950-1965) Josef Meier
Eduard Kiermeier (1966-1986) Josef Brunner (1970-1976)
Eduard Kiermeier Johann Bickleder (1977-1986)
Johann Bickleder (1987-1993) Johann Brunner (1987-1999)
Karl Mayer (1994-1999) Johann Brunner
Johann Brunner (1999- dato) Alois Rohrmeier (1999- dato)