St. Florian – Schutzpatron in Feuersgefahr

Die süddeutsche – vor allem bayrisch-österreichische – Volksfrömmigkeit hatte schon seit Beginn des Christentums in unserem Raum vor ca. 1600 Jahren eine besondere Beziehung zu ihren Führsprechern in allen Notlagen. Todesart und fromme Legenden um die Märtyrer erteilten jedem eine spezielle Beschützerrolle. Die Aufgabe, vor Feuersgefahr zu schützen, fiel ursprünglich der heiligen Agatha zu, welche im Jahre 251 nach fürchterlichen Folterungen unter glühenden Kohlen den Tod gefunden hatte und am Jahrestag ihres Todes 252 durch ein Zeichen aus dem Grab dem feuerspeienden Ätna Einhalt geboten haben soll. Fast ein Jahrtausend lang wurde besonders der hl. Laurentius als Beschützer vor Feuersgefahr verehrt. Er war wegen seines Glaubens im Jahre 258 – sieben Jahre nach Agatha – auf dem glühenden Rost zu Tode gemartert worden. Florian hingegen wurde ursprünglich als Patron der Krieger und als Schützer gegen Wassergefahren angerufen. Er war römischer Heeresbeamter in Österreich, wo er im heutigen St. Pölten als Kanzleivorsteher seinen Dienst versah. Selbst Christ – versuchte er, gefangene Mitchristen im heutigen Enns zu befreien, wurde jedoch im Jahre 304 nach schweren Foltern mit einem Mühlstein um den Hals in den Enns-Fluß gestürzt und ertränkt. Jahrhunderte lang aber wurde eine Legende aus der Jugendzeit Florians erzählt: Er soll als Knabe einen brennenden Bauernhof mit einem Wasserkübel gelöscht haben. Diese natürlich nicht beweisbare Geschichte stand den von der Feuersnot oft heimgesuchten Landleuten besonders nahe. Und so wurde ab dem späten 15. Jhdt. Florian vor allem in Bayern und Österreich >der< Schutzpatron vor Feuersgefahr, Patron der Feuerwehrleute – dargestellt in vielen Dorfkirchen, auf Feuerwehrfahnen und Spritzenhäusern.  Kurt Geiger