Geographie und Landwirtschaft

1. Natürliche und geographische Produktionsgrundlage

Die Gemarkung Unholzing (Gemeinde Postau) mit einer Flächen von ca. 762 ha teilt sich auf in das tertiäre Hügelland Südbayerns und das Isartal mit seinen anmoorigen Böden. Die Höhenlage schwankt zwischen 370 m im Hügelland und 250 m im Talgrund der Isar. Die Jahresniederschlagsmenge liegt bei ca. 700 mm. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 7,3°C. Diese Klimawerte erlauben den sicheren Anbau von Silo- und auch von Körnermais. Spätfröste treten bis Mitte Mai, Frühfröste ab Anfang Oktober auf. Seit jeher ist Unholzing von der Landwirtschaft geprägt und sie stellt nach wie vor eines der wirtschaftlich wichtigsten Standbeine von vielen Familien dar. Durch die hervorragenden Produktionsbedingungen und die starke Verwurzelung der Landwirtschaft in der Bevölkerung wird auch in Zukunft die Bedeutung der Landwirtschaft in Unholzing stark ausgeprägt sein.



Gemarkung Unholzing



2. Betriebsstruktur und Flächenausstattung 2006

Die durchschnittliche Flächenausstattung im Jahr 2006 lag pro Betrieb bei 29,7 ha. Der Rückgang der Betriebe in den letzten dreizehn Jahren betrug 29 %. Von den noch fünfzehn aktiven Betrieben bewirtschaften 6 Betriebe über 25 ha.

Betriebsgrössenstruktur und Flächenausstattung
Betriebsgrösse
ha LF
1993 1993 2006 2006 2006 2006
  Anzahl % Anzahl % ha %
0-5 2 14,3 0 0 0 0
5-10 5 19,1 5 33,3 45 9,7
10-20 8 38,1 4 26,6 70 15,0
20-30 2 9,5 2 13,3 55 11,9
30-50 1 4,7 0 0 0 0
50 u.m. 3 14,3 4 26,6 295 63,4
insgesamt 21 100 15 100 465 100

Dementsprechend ist für die Betriebe mit über 50 ha LF charakteristisch, dass sich ihre Anzahl von 1993 bis 2006 um 40% reduziert hat. Die Wachstumsschwelle liegt gegenwärtig bereits bei 50 und mehr ha LF mit steigender Tendenz. Insgesamt bewirtschaftet die Betriebsgrößengruppe > 50 ha LF rund 63,4 % LF aller Betriebe. Im Durchschnitt wurden von den Betrieben mit entsprechendem Pachtanteil ca. 25 ha zugepachtet.

Erwerbsstruktur

Zur Zeit gibt es noch 15 Betriebe die Landwirtschaft aktiv betreiben. Das ist ein Rückgang von 29 % in den letzten Jahren. Dabei werden momentan ein Drittel der Betriebe im Haupterwerb bewirtschaftet und zwei Drittel im Nebenerwerb, wobei die Haupterwerbsbetriebe 63% der LF bewirtschaften. Derzeit sind noch ca. 21 % der Dorfbevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Im Landkreis Landshut verdienen noch 12 % der Erwerbstätigen ihr Geld in der Landwirtschaft und im vorgelagerten bzw. nachgelagerten Bereich. Die größten Arbeitgeber in der Region sind die bayerischen Motorenwerke (BMW) und einige mittelständische Betriebe.

Altersstruktur der Betriebsleiter

Die Altersstruktur der landwirtschaftlichen Betriebsleiter weist eine zunehmende Überalterung auf. In der Ortschaft, wie auch im Landkreis insgesamt, lässt sich eindeutig eine Verschiebung der Alterspyramide feststellen. Auch die Ausbildungszahlen für den Beruf Landwirt zeigen mit rückläufigen Zahlen den Strukturwandel der kommenden Jahre deutlich an.

In den letzten Jahren machten aus der Ortschaft Unholzing im landwirtschaftlichen Bereich lediglich zwei Junglandwirte eine Ausbildung.

Altersstruktur der Betriebsleiter:


3. Bodennutzung 2006

Beim Acker- und Grünlandanteil haben sich im betrachteten Zeitraum nennenswerte Verschiebungen ergeben. Das Anbauverhältnis der einzelnen Ackerkulturen hat sich ebenfalls teils deutlich verändert. Der Grünlandanteil (Dauergrünland) hat sich in den letzten 13 Jahren um fast die Hälfe reduziert, zugunsten des Ackerlandanteils. Hinsichtlich den Ackerkulturen zeigt sich, dass mehr und mehr für den Markt produziert wird, da die tierische Veredelung, vor allem im Milchviehsektor, stark rückläufig war. Einen enormen Anstieg konnte dabei der Anbau von Ölsaaten, Körnermais und Stärkekartoffeln verzeichnen.

Auffallend ist auch, dass der Anteil der Stilllegung an der Ackerfläche in den vergangenen Jahren rückläufig war. Wurden im Zeitraum 1993 bis 2004 jährlich zwischen 10 und 15 Prozent aus der Produktion genommen, so sind es heute nur noch ca. 8 %. Der Grund liegt darin, dass in den letzten Jahren weltweit mehr Nahrungsmittel verbraucht als erzeugt wurden und auch global mehr Getreide in den tierischen Veredelungsbereich abgeflossen ist. Zukünftig wird damit gerechnet, dass die Stilllegung von Ackerflächen komplett wegfällt.

Ferner ist bemerkenswert, dass sich der Waldanteil in den vergangen Jahren erhöht hat. Der Grund liegt an den Erstaufforstungen von einigen Betrieben. Dabei wurde von den aufforstenden Betrieben vor allem großes Augenmerk auf Laubholzpflanzungen gelegt. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass der Fichtenbestand extreme Schwierigkeiten mit der anhaltenden Trockenheit und einem damit verbundenen Borkenkäferbefall hat. Alle ortsansässigen Waldbesitzer geben einer naturnahen Waldbewirtschaftung mit einem hohen Anteil an Laubholz mehr Zukunft.

Entwicklung der Bodennutzung 1993 - 2006
  1993
ha
2006
ha
Veränderung
1993 - 2006 in %
Landw. genutzte Fläche (LF) 475 465 -2,1
- Grünland 49 28 -42,8
- Ackernutzung 426 437 2,6
Getreide (ohne Mais)insg. 256 282 10,1
- Winterweizen 124 139 12,0
- Roggen 5 0 -100
- Triticale 0 2,5 100
- Hafer 4 0 -100
- Winterraps 42 69 64,3
- Stilllegung 40 30 -25
- Weiden 5,5 2,5 -54,5
Körnermais, CCM 36 66,5 84,7
Hülsenfrüchte 0 0,6 100
Hackfrüchte gesamt 8 19,4 142,5
- Kartoffeln 4 17,6 340
- Zuckerrüben 4 1,8 -55
Feldfutterbau 22 7 -68,2
- Silomais 58 29 -50
- Klee, Kleegras 17 7 -58,8
Waldfläche 87 89 2,3

4. Entwicklung der tierischen Veredelungswirtschaft

In der tierischen Produktion zeigt sich klar ein Abwärtstrend. Viele Betriebe haben die Milchvieh- und Schweinehaltung aufgegeben. Der Strukturwandel verdeutlicht, dass einige Betriebe ihre Produktion ausgeweitet haben. Das ursprüngliche Produktionsniveau, mit Ausnahme der weniger arbeitsaufwändigeren Mastschweineerzeugung, ist in allen Bereichen stark rückläufig. Die letzten Jahre waren von Betriebaufgaben geprägt. Die pachtenden Betriebe weiteten ihre tierische Veredelung nicht aus. Die erzeugten Feldfrüchte werden auf dem freien Markt zu Weltmarktpreisen angeboten. Angesichts der Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik, verbunden mit dem voraussichtlichen Ausstieg aus der Quote, Senkung des Milchpreises, ist mit einem weiteren Rückgang der Rinderhaltung zu rechnen.
Entwicklung der Tierhaltung bis 2006
  1993
Unholzing
2006
Unholzing
1993
Gemeinde
Postau
2006
Gemeinde
Postau
Veränderung %
1993/2006
in Unholzing
Milchkühe 173 64 655 278 -63,0
Milchkuhhalter 10 2 30 12 -80,0
Kühe je Halter 17,3 32 21,8 23,2 84,9
Färsen über 6 Mon. 64 22 154 74 -65,6
Mastbullen über 6 Mon. 60 56 174 136 -6,6
Zuchtsauen 226 135 805 717 -40,2
Zuchtsauenhalter 9 2 26 12 -77,7
Zuchtsauen je Halter 25 67 31 59 168,0
Mastschweine 955 960 3211 2885 0,5
Legehennen 144 75 636 278 -47,9
Mutterschafe 71 29 164 49 -59,1

Ein Rückgang der Betriebe von 1993 auf 2006 ist bei allen Veredelungszweigen zu verzeichnen. So nahm die Zahl der Milchviehhalter um ca. 80% ab. Auch bei den Zuchtsauenhaltern reduzierte sich die Zahl um ca. 78%. Charakteristisch für die Milchviehhaltung ist, dass eine enorme Milchleistungssteigerung pro Milchkuh festzustellen ist. War die Leistung/Kuh im Jahr 1993 noch bei 4115 kg/Kuh und Jahr, so lag sie im Jahr 2006 bereits bei weit über 5500 kg/Kuh und Jahr. In der Zuchtsauenhaltung fand im Zeitraum von 1993 bis 2006 eine starke Konzentrierung statt. Hatten 1993 die Sauenhalter durchschnittlich noch 25 Tiere/Betrieb, so waren es 2006 bereits 67 Tiere/Betrieb. Auch hier fand und findet noch ein starker Strukturwandel statt. Im Schweinebereich ist klar ein Trend weg von der Zuchtsauenhaltung hin zur Schweinemasterzeugung zu erkennen.

Bezüglich der Mastbullenhaltung ist anzumerken, dass entgegen dem Landkreistrend sich die Produktion nur geringfügig geändert hat. Die bestehenden Rinderhalter haben ihre Bestände aufgrund der nicht so arbeitsintensiven Produktion aufgestockt und können deshalb annähernd den Produktionsverlust in der Vergangenheit kompensieren.

Ein Großvieheinheitenbesatz von rund 0,69 GV/ ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ermöglichen eine umweltschonende Verwertung der tierischen Exkremente nach guter fachlicher Praxis.